Das Hexenbild zur beginnenden Neuzeit

Die sich durch eine besondere Begabung oder durch Kenntnisse, z. B. in der Kräuterkunde, auszeichneten, oder aber sie zogen schon durch reine Äußerlichkeit - ob hässlich oder verführerisch schön - die Blicke der anderen auf sich. Im Allgemeinen sprach man Hexen die Fähigkeit zur Magie zu.

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hexensabbath

Gemeint ist nicht die weiße oder hohe Magie, die mitunter Kunstfertigkeit, einen entsprechenden Bildungsgrad, ja oftmals wissenschaftsähnliche Betätigung und Experimentierfreude voraussetzte - denken wir an die Alchimisten oder Astrologen -, sondern die niedere Magie, die stets zum Schaden anderer angewendet wurde. Hier genügte oft schon der viel zitierte böse Blick oder ein ausgestoßener Fluch, um als Hexe zu gelten.

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Solche Taten wurden als maleficia bezeichnet, die Täter entsprechend malefici oder maleficae. Die Bezeichnung „Hexe“ tauchte strafrechtlich erstmalig im Jahre 1402 in einem Verfahren im schweizerischen Schaffhausen auf. In einem alten Rechnungsbuch ist dort von einem „Hexenbrand“ die Rede. Es war landläufige Überzeugung, dass sich Hexen mit ihres gleichen zu einer Sekte verbinden und sich im Schutze der Dunkelheit an geheimen Orten treffen, um ihre bösen Fähigkeiten zu vervollkommnen, Orgien zu feiern und durch die Lüfte zu fliegen. Der Aspekt einer verschworenen Gemeinschaft begünstigte im Laufe der Jahrhunderte die massenweise Verfolgung durch reine Verdachtsmomente zusätzlich. 


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Dass Hexen in den ärmeren und bildungsschwachen Bevölkerungs
schichten vermutet wurden, versteht sich beinahe von selbst. Es war ein Leichtes, gerade den Menschen jener Schicht alles Unheilstiftende anzudichten, die sich am wenigsten wehren konnten; Sündenböcke waren schnell gefunden. Dennoch ist bemerkenswert, dass der Hexenglaube in der breiten Bevölkerung zunächst kaum verankert war und somit auch nicht als echte Bedrohung empfunden wurde, sondern hauptsächlich in den Köpfen der geistigen Elite. 

Erst deren Wissen und Ideen bildeten das Fundament für ein ausgearbeitetes Theoriegebilde, das in Heinrich Kramers grausigem Hexenhammer von 1486 gipfelte. 
Der Hexenwahn wurde mit einer Radikalität zu einer neuen Form der Wirklichkeit und konnte - auch dank des Fortschritts im Buchdruck - die Bevölkerung tiefer als bisher durchdringen.  


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Was im Gewande der beginnenden Aufklärung daherkam, war in Wirklichkeit nichts anderes als die Indoktrination gutgläubiger Bürger, denen man auf diese Weise den Gedanken größter Gefahr für Leib und Seele durch Hexerei einpflanzen konnte.

 

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