Folterprotokolle

Folterprotokoll der Katharina Lips aus dem Jahr 1673:
 

Sie ist erinnert worden, die Wahrheit zu sagen.

"...man sollte sie auf die Erde legen und tot schlagen."

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Sie ist aber beständig bei dem Leugnen geblieben, hat sich selber hertzhaft und willig ausgezogen, worauf sie der Scharfrichter mit den Händen angeseilet, hat wieder abgeseilet, peinlich Beklagtin hat gerufen: O wehe! 0 wehe! 

 

Ist wieder angeseilet, hat laut gerufen:

O wehe! 0 wehe! Herr im Himmel, komme zu Hilfe!
Die Zehen sind angeseilet worden, hat um Rache gerufen, und ihr Arme brechen ihr.

 

Die Spanischen Stiefel sind ihr aufgesetzet, die Schraube auf dem rechten Bein ist zugeschraubet, ist ihr zugeredet die Wahrheit zu sagen.
Sie hat aber darauf nicht geantwortet.
Die Schraube auf dem linken Bein auch zugeschraubet.

 

Sie hat gerufen, sie kennte, wüßte nichts, hat gerufen, sie wüßte nichts, hat ums jüngste Gericht gebeten, sie wüßte ja nichts, hat sachte in sich geredet, sie wüßte und kennte nichts.
Die linke Schraube gewendet, peinlich Beklagtin ist aufgezogen, sie hat gerufen.

 

Du lieber Herr Christ, komme mir zu Hilfe!
Sie kennte und wüßte nichts, wenn man sie schon ganz tot arbeitete.
Ist höher aufgezogen, ist stille worden und hat gesagt, sie wäre keine Hexe. Die Schraube auf dem rechten Bein zugeschraubet, worauf sie 0 wehe gerufen.

 

Es ist ihr zugeredet die Wahrheit zu sagen.
Sie ist aber dabei blieben, daß sie nichts wüßte, ist wieder niedergesetzet worden, die Schrauben sind wieder zugeschraubet.

 

Hat geschrien: 0 wehe! wieder zugeschraubet, auf dem rechten Bein, ist stille worden und hat nichts antworten wollen, zugeschraubet, hat laut gerufen, wieder stille worden und gesagt, sie kennte und wüßte nichts, nochmals aufgezogen, sie gerufen: 0 wehe!
ist aber bald ganz stille worden, ist wieder niedergesetzt und ganz stille blieben, die Schrauben aufgeschraubet. Es ist ihr vielfältig zugeredet worden, sie ist dabei blieben, daß sie nichts kennte oder wüßte. 
 

Die Schrauben höher und zugeschraubet, sie laut gerufen und geschrien, ihre Mutter unter der Erden sollte ihr zu Hilf kommen, ist bald ganz stille worden und hat nichts reden wollen. Härter zugeschraubet, worauf sie anfangen zu kreischen und gerufen, sie wüßte nichts. 

 

An beiden Beinen die Schrauben höher gesetzt, daran geklopfet, sie gerufen: Meine liebste Mutter unter der Erde, 0 Jesu komme mir zu Hilfe. Am linken Bein zugeschraubet, sie gerufen und gesagt, sie wäre keine Hexe, das wüßte der liebe Gott, es wären lauter Lügen, die von ihr geredet worden. 

 

Die Schraube am rechten Bein härter zugeschraubet, sie anfangen zu rufen, aber stracks wieder ganz stille worden. Hierauf ist sie hinausgeführet worden von dem Meister, um ihr die Haare vom Kopf zu machen. 

 

Darauf er, der Meister, kommen und referirt, daß er das Stigma funden, in welchem er eine Nadel über Glieds tief gestochen, welches sie nicht gefühlet, auch kein Blut herausgegangen. Nachdem ihr die Haare abgeschoren, ist sie wieder angeseilet worden an Händen und Füßen, abermals aufgezogen, hat laut gerufen, ist wieder ganz stille worden, gleich als wenn sie schliefe. Indem finge sie hart wieder an zu reden. 

 

Die Schraube am rechten Bein wieder zugeschraubet, da sie laut gerufen, die linke Schraube auch zugeschraubet, wieder gerufen und stracks ganz stille worden, und ihr das Maul zugegangen. 

 

Am linken Bein zugeschraubet, worauf sie gesagt, sie wüßte von nichts, wenn man sie schon tot machete. Besser zugeschraubet am rechten Bein, sie gekrischen, endlich gesagt, sie könnte nichts sagen, man sollte sie auf die Erde legen und tot schlagen. 

 

Am linken Bein zugeschraubet, auf die Schrauben geklopfet, härter zugeschraubet, nochmals aufgezogen, endlich ganz wieder losgelassen worden.



bedenkstuhl
Protokoll einer Tortur aus „Soldans Geschichte der Hexenprozesse, neu bearbeitet von Heppe (1880), Kap. 16: Das gerichtliche Verfahren und die Strafe, Band 1, Seiten 327-427.“ Darin steht folgendes Protokoll aus dem Jahr 1631 über die Folterung einer Frau (Seite 369) „1. Der Scharfrichter hat der Delinquentin die Hände gebunden und sie auch auf die Leiter gezogen, hierauf angefangen, sie zu schrauben und auf allen Punkten so geschraubt, dass ihr das Herz im Leibe zerbrechen möge und sei keine Barmherzigkeit dagewesen.
 

2. Und ob sie gleich bei solcher Marter nichts bekannt, habe man doch ohne rechtliches Erkenntnis die Tortur wiederholet, und der Scharfrichter ihr die Hände gebunden, ihr die Haare abgeschnitten und sie auf die Leiter gesetzt, Branntwein auf den Kopf gegossen und die Kolbe vollends wollen abbrennen.

 3. Ihr Schwefelfedern unter die Arme und an den Hals gebrannt.

 4. Sie hinten hinauf rückwärts mit den Händen an die Decke gezogen.

 5. Welches Hinauf- und Niederziehen vier ganze Stunden gewährt, bis sie (der Henker und dessen Knechte) zum Morgenbrote gegangen.

 6. Als sie wiedergekommen, der Meister (Henker) sie mit den Händen und Füßen auf den Rücken zusammengebunden.

 7. Ihr Branntwein auf den Rücken gegossen und angezündet.

 8 Darnach aber viele Gewichte ihr auf den Rücken gelegt und in die Höhe gezogen.

 9. Nach diesem sie wieder auf die Leiter gelegt und mit den Händen bis an die Decke aufgezogen.

 10. Ihr ein ungehobelt Brett mit Stacheln unter den Rücken gelegt und mit den Händen bis an die Decke aufgezogen.

 11. Ferner hat der Meister ihr die Füße zusammengebunden, eine Klasterstütze, 50 Pfund schwer, mitten an die Füße niederwärts gehangen, dass sie nicht anders gemeint, sie würde bleiben und das Herz ersticken.

 12. Bei diesem ist es nicht blieben, sondern der Meister ihr die Füße wieder aufgemacht und die Beine geschraubt, dass ihr das Blut aus den Zehen herausgegangen.

 13. Bei diesem ist es auch nicht blieben, sondern ist sie zum anderenmal auf allen Punkten geschraubt worden.

 14. Der (Henker) von Dreißigacker hat die dritte Marter mit ihr angefangen, welcher sie erstlicha uf die Bank gesetzt. Als sie das Hemd angezogen, hat er zu ihr gesagt: Ich nehme dich nicht an auf ein oder zween, auf drei und auch nicht auf acht Tage, auf vie Wochen, auf ein halb oder ganz Jahr, (sondern) so lange du lebst. – Und wenn du meinst, dass du nicht bekennen willst, dass du sollst zu Tode gemartert werden, so sollst du doch verbrannt werden.

 15. Hat sie sein Eidann mit den Händen aufgezogen, dass sie nicht atmen können.

 16. Und der von Dreißigacker sie mit der Karbatsche um die Lenden gehauen.

 17. Darnach ist sie in den Schraubstock gesetzt, darinnen sie sechs Stunden gesessen und

 18. mit der Karbatsche jämmerlich zerhauen worden. Bei diesem es den ersten Tag verblieben.


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