Hexenkommission und Hexenproben

Hexenproben waren bis in die beginnende Neuzeit hinein ein probates Mittel, um vermeintliche Hexen zu überführen oder sie von den Vorwürfen der Hexerei freizusprechen.

Die ganze Geschichte ist nut für unsere Abonnenten zugänglich. Hol Dir jetzt Dein Abo!

Dies geschah unter Anrufung Gottes, weshalb Hexenproben auch Gottesurteile genannt werden. Zu diesem Zweck wurden Angeklagte einer bestimmten Aufgabe unterzogen, die sie nach menschlichem Ermessen kaum erfüllen konnten und in der Folge fast immer mit dem Tod bezahlten.

Die Idee des Gottesurteils lebte – nachdem dieses durch Umdenken der Theologen im 13. Jh. verdrängt worden war – beim Hexenprozess in Form der „Hexenproben“ weiter. Darunter sind Verfahren zu verstehen, welche unter Umgehung eines Geständnisses die Überführung einer Hexe anhand beweiskräftiger "stigmata diabolica" ermöglichten.

Siegelwappen 2Inquisition


 

Die Siegelwappen der Inquisition 

 

Hexenproben waren bis in die beginnende Neuzeit hinein ein probates Mittel, um vermeintliche Hexen zu überführen oder sie von den Vorwürfen der Hexerei freizusprechen.

Dies geschah unter Anrufung Gottes, weshalb Hexenproben auch Gottesurteile genannt werden.

Zu diesem Zweck wurden Angeklagte einer bestimmten Aufgabe unterzogen, die sie nach menschlichem Ermessen kaum erfüllen konnten und in der Folge fast immer mit dem Tod bezahlten.

Die Idee des Gottesurteils lebte – nachdem dieses durch Umdenken der Theologen im 13. Jh. verdrängt worden war – beim Hexenprozess in Form der Hexenproben weiter. Darunter sind Verfahren zu verstehen, welche unter Umgehung eines Geständnisses die Überführung einer Hexe anhand beweiskräftiger "stigmata diabolica" ermöglichten.

Indem die Richter das Urteil dem Richtspruch Gottes überließen, wuschen sie mit einer Hexenprobe im Grunde genommen ihre Hände in Unschuld. Da man bei den Beschuldigten davon ausging, dass sie mit dem Teufel im Bunde steckten, konnte also nur Gott selbst als die höchste Instanz ein gerechtes Urteil „sprechen“.

Bei den Hexenproben ging man davon aus, dass Gott durch ein Zeichen zu verstehen gab, ob jemand schuldig war oder nicht.

Wasserprobe

In England benutzte man eigens angefertigte "Schupfstühle" oder "Schupfwagen" zum Hexentauchen.

hexenprobe-tauchstuhl

Wasserprobe

Die beschuldigte Frau wurde zumeist entkleidet, an Händen und Füßen zusammengebunden und ins Wasser geworfen. Schwamm die Person oben, meinte man, erwiesen zu haben, dass es eine Hexe war, da man glaubte, dass das Wasser nur reine Menschen aufnehme. Die Person wurde sodann verurteilt und auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Ging sie unter, war ihre Unschuld bewiesen. Da sie allerdings meist ertranken, hatten sie davon nichts mehr.

Hexenwaage-UtrechtWägeprobe

Um fliegen zu können, so dachten die Menschen des Mittelalters, mussten Hexen wohl leichter sein, als normale Menschen. Also wog man die Menschen mit nichts am Leib als einem Hemd, damit sie keine zusätzlichen Gewichte unter der Kleidung verstecken konnten. Lag ihr Gewicht unter einem festgelegten Maß, war ihre Schuld erwiesen. Viele Menschen holten sich ein entsprechendes Zertifikat rein vorsorglich, womit ein für allemal bewiesen war, dass sie keine Hexen waren.

 

Tränenprobe

Eine Tränenprobe fußte auf der Erkenntnis, dass das rechte Auge einer Hexe nur drei Tränen zu vergießen vermochte.

 

Feuerprobe

Eine beschuldigte Person musste ein glühendes Kohlestück in Händen halten oder über glühende Kohlen laufen. Wenn nach einigen Tagen noch Verletzungen oder eitrige Wunden zu sehen waren, war die Schuld erwiesen, da Gott ja keine ungerechtfertigte Bestrafung zulassen würde.

 

Nadelprobe

Wenn man mit einer speziellen Hexennadel in ein „Hexenmal" stach und es nicht blutete, war man der Hexerei schuldig. Als Hexenmale galten Auffälligkeiten der Haut, welche vom Satan als Besiegelung des Bundes angebracht worden waren. Diese waren hauptsächlich an „geheimen“ Stellen des Körpers zu suchen und kamen erst nach Rasieren der Behaarung zum Vorschein. Laut Wikipedia sind noch Nadeln erhalten, die für die Suche des Hexenmals zum Einsatz kamen. Darunter befinden sich auch solche, die eindeutig zum Betrug an den Opfern dienten, denn bei ihnen weicht bei Druck die Nadel in den Schaft zurück, so dass logischerweise weder Schmerz noch Blutfluss entstehen konnte.

Nadelprobe

Die Nadeln für das Einstechen in die Hautveränderungen liegen auf dem Tisch. Die Frau muss ein Kreuz und einen Rosenkranz in der Hand halten.
 Im Hintergrund sieht man, wie einer halb entkleideten Hexe die Haare geschoren werden. 


 

Paternosterprobe

Hexen blieben beim Aufsagen des Vaterunsers unweigerlich zwischen der 6. und der 7. Bitte stecken. 


Mitglieder der 
Bamberger Hexenkommission

Dr. Braun, Dr. Einwag, Dr. Fleischmann, Dr. Fuchs, Dr. Geyer, Dr. Harsee, Dr. Herrenberger, Dr. Kotzendörfer, Dr. Lüschwitz, 
Dr. Leyer, Dr. Rombrodt, Dr. Schwarzkonz, Dr. Steiner, Dr. Vasoldt, Dr. Winter, Dr. Wolfsthal, Dr. Georg Haan, Dr. Georg Adam Haan.

 

Die Reihen der Hexenkommissare wurden zusätzlich durch junge Absolventen, vornehmlich der Universität Ingolstadt verstärkt. Geleitet wurden die Verhöre von den so genannten Hexenkommissaren, bei Anwesenheit eines Schreibers, und manchmal auch eines Geistlichen, eines Arztes, sowie dem Einsatz von Folterknechten. Die Befragung der Inquisiten erfolgte anhand eines eigens entworfenen Fragenkatalogs von 101 festgelegten Fragen - den sogenannten Torturatsfragen. 


Nächster Artikel Museumsfooter 2


Drucken  
0
0
0
s2smodern